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04.

05

Technik

EEG-Umlage:

Die Abkürzung steht für die Umlage

nach dem

E

rneuerbaren

E

nergien

G

esetz.

„Zweck dieses Gesetzes ist es,

insbesondere im Interesse des Klima-

und Umweltschutzes eine nachhalti-

ge Entwicklung der Energieversorgung

zu ermöglichen, die volkswirtschaft-

lichen Kosten der Energieversorgung

auch durch die Einbeziehung langfristi-

ger externer Effekte zu verringern, fos-

sile Energieressourcen zu schonen und

die Weiterentwicklung von Technologien

zur Erzeugung von Strom aus erneuer-

baren Energien zu fördern“,

definiert der

Gesetzgeber.

Die EEG-Umlage gleicht den Unter-

schied zwischen den gesetzlich festge-

legten Vergütungssätzen für erneuerba-

re Energiequellen und dem gehandelten

Strompreis an der Börse aus. Erneuer-

bare Energiequellen müssen vorrangig

aufgenommen werden. Mithilfe dieses

überaus erfolgreichen Gesetzes wird

mittlerweile fast jede vierte Kilowatt-

stunde Strom regenerativ erzeugt. Je-

der Stromkunde zahlt dafür einen Be-

trag von

6,17 Cent

pro Kilowattstunde.

KWK-Umlage:

Sie fördert den Ausbau der

K

raft-

W

ärme-

K

opplung. Dabei handelt es

sich um Anlagen, die sowohl Wärme

als auch Strom erzeugen. Der Clou ist,

dass die Abwärme, die ein Motor er-

zeugt, nicht ungenutzt in die Umge-

bung abgegeben, sondern als Energie

verwendet wird. So sinken Energie-

einsatz und CO

2

-Ausstoß. Die Finan-

zierung dieser Förderung wird auf die

Stromkunden umgelegt. Der aktuelle

Satz beträgt

0,254 Cent

pro Kilowatt-

stunde.

§19-Umlage

Diese Umlage wurde im Jahr 2012

nach der Stromnetzentgeltverordnung

eingeführt mit dem Ziel, den entgan-

genen Erlös der Netzbetreiber aus-

zugleichen. Unternehmen mit ho-

hem Strombedarf, die im europäischen

Wettbewerb stehen, werden teilweise

bis mitunter vollständig von den Netz-

entgelten für den Stromtransport be-

freit. Der Stromkunde bezahlt das mit

0,237 Cent

pro Kilowattstunde.

Offshore-Haftungsumlage:

Diese Umlage wurde im Jahr 2013

nach § 17f des Energiewirtschaftsge-

setzes zur Deckung von Schadenser-

satzkosten durch den verspäteten An-

schluss von Windparks im offenen

Meer eingeführt. Hiermit wollte der

Gesetzgeber das „Henne/Ei“-Prin-

zip durchbrechen: Windkraftbetreiber

investierten nicht, wenn kein Strom-

netz zur Abnahme der Energie bereit-

steht – Netzbetreiber installieren kein

Netz, wenn keine Windkraftanlage ge-

baut ist. Durch die Umlage bekommt

der Betreiber eines Windparks den er-

zeugten Strom bezahlt, auch wenn er

noch nicht ins Netz eingespeist wer-

den kann. Die Kosten dafür zahlt der

Stromnutzer. Aktuell gibt es

0,051 Cent

pro Kilowattstunde zurück, da die Quo-

te für 2014 zu hoch prognostiziert war.

abLa-Umlage

Sie ist die jüngste Abgabe nach § 18

der Verordnung über Vereinbarun-

gen zu abschaltbaren Lasten. Die Um-

lage deckt jene Entschädigungen,

die Strom-Großverbraucher erhal-

ten, wenn sie zur Netzstabilität beitra-

gen, indem sie ihre Anlagen zeitwei-

se vom Netz nehmen. Im Kalenderjahr

2015 beträgt sie

0,006 Cent

pro Kilo-

wattstunde.

Summa summarum ergeben sich

20,01 Cent

pro Kilowattstunde bereits

ohne, dass die eigentliche Ware Strom

erzeugt, gekauft und vertrieben ist.

Tonino Baldanza ist bei den Stadtwerken

Mühlacker Auszubildender für den Beruf

des Kaufmanns für Büromanagement