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Kundenportrait: Extrudex

im µ-Bereich

INNOVATIONEN

1.

Seit 15 Jahren in den Waldäckern in Mühlacker ansässig: der Kunststoffma-

schinen-Hersteller Extrudex.

2.

Christoph Scabell (links) will das Lebenswerk von Helmut Wahl fortsetzen

und weiterhin auf Innovationen setzen. Im Hintergrund ein Extruder aus der

patentierten „Helibar“-Baureihe.

3.

Unterm Mikroskop betrachtet: Der Aufbau eines Kathederröhrchens aus

sechs verschiedenen Kunststoffschichten. Die Entwicklung einer dafür geeig­

neten Extrusionsanlage gelang Extrudex weltweit erstmalig.

4.

Rohre, Schläuche und Profile für unterschiedlichste Anwendungen oder auch

Kabelummantelungen werden auf Extrudexanlagen hergestellt.

In den drei Jahrzehnten seit der Firmen-

gründung in einer Garage ist Extrudex in

eine Gruppe weltweit führender Herstel-

ler von Kunststoff-Extrudern und gan-

zen Fertigungsstraßen vorgestoßen, „der

Markt kommt an uns nicht vorbei“, sagt

der Firmengründer, der trotz Übergabe

vorerst auch weiterhin „seinem“ Unter-

nehmen als aktiv tätiger Geschäftsfüh-

rer in den Waldäckern verbunden bleibt.

Zusammen mit dem neuen Eigentümer

Christoph Scabell gibt’s bei Extrudex so-

mit eine „Doppelspitze auf Zeit“, nach-

dem der neue Chef auch schon etwa seit

Frühjahr 2014 an der Unternehmens-

spitze als Assistent der Geschäftsleitung

tätig gewesen ist. Beide sind der über-

einstimmenden Auffassung, die strategi-

sche Weiterentwicklung des Maschinen-

bau-Spezialisten am zweckmäßigsten

gemeinsam anzubahnen.

FRISCHER WIND

Der neue Inhaber steuert internationale

Wirtschaftserfahrung bei. Zuletzt war er

in einem Chemiekonzern tätig, was für

die globale Ausrichtung von Extrudex

nur von Vorteil sein kann. Denn die in

den Waldäckern entwickelten und ge-

bauten Anlagen werden in alle Welt ge-

liefert, unlängst übrigens eine rund 50

Meter lange Fertigungsstraße, mit der

in Indonesien unter anderem Borsten

für Zahnbürsten gefertigt werden.

Neben Firmenjubiläum und Besitzer-

wechsel markiert das laufende Jahr

einmal mehr die Innovationskraft des

Unternehmens: Extrudex hat für ein von

der EU gefördertes Forschungsprojekt

des Helmholtz-Zentrums in Teltow den

Zuschlag erhalten – die Entwicklung

und Umsetzung einer Extrusionsanlage

mit einem weltweit erstmalig gelunge-

nen sechsschichtigen Aufbau eines Ka-

theterschlauchs. Sechs Materialien bei

einer Gesamtwandstärke von weniger

als 0,3 Millimeter – da bewegt sich jede

Schicht im Mikrometer-Bereich. „Also

durchaus ein Leuchtturm-Projekt, das

allerhöchste Genauigkeit verlangte“,

wie Wahl und Scabell befinden.

PRÄZISION UND INNOVATION

Präzision besitzt bei Extrudex indes bei

allen Aufträgen obersten Stellenwert,

gleich ob für den Automotiv-Bereich,

die Medizintechnik oder die Kabel-,

Rohr- und Profilindustrie bestimmt.

Ausdruck des innovativen Profils des

Unternehmens ist beispielsweise auch

„Helibar“, eine seit 1999 patentierte Ex-

truder-Technologie. Sie setze Stan-

dards hinsichtlich Energieeinsparung,

Verschleißreduzierung, Prozessstabili-

tät und Wirkungsgrad.

Die unbestrittene Kernkompetenz von

Extrudex und seinen rund 25 Mitarbei-

tern entfällt auf Entwicklung und Kon-

struktion sowie Montage und Inbetrieb-

nahme der Anlagen. Ebenso werden

Schweißkonstruktionen selbst gefer-

tigt. Hingegen werden mechanische

Kompetenten von darauf spezialisierten

Herstellern im nahen Umkreis bezogen,

ebenso das elektrische und elektroni-

sche Know-how wie Schaltschrankbau

und Systemsteuerungen.

Das Jahr 2015 stellt für den Kunststoffmaschinen-

Hersteller Extrudex in Mühlacker in zweierlei

Hinsicht ein besonderes Jahr dar: Zum einen

besteht das Unternehmen seit 30 Jahren, zum

anderen hat Firmengründer Helmut Wahl eine

Nachfolgeregelung getroffen.