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Rund 300 solcher Flüchtlinge sind der-

zeit auch in Mühlacker beherbergt.

Über die reine Unterbringung hinaus

versuchen engagierte Mitbürger, diesen

Flüchtlingen zu einem selbstbestimm-

ten Leben in Würde zu verhelfen.

Rund 20 Frauen und Männer wirken ak-

tuell im Freundeskreis für Asylsuchen-

de mit, der immerhin schon seit rund

drei Jahrzehnten besteht. Was damit

auch bedeutet, dass seit mindestens 30

Jahren in der Stadt Flüchtlinge leben,

die einst etwa aus Sri Lanka oder auch

damals schon aus Eritrea kamen. Der

Zuzug ebbte dann im Laufe der Jahr-

zehnte ab, bis er in diesem Jahr eine

neue Dimension erfuhr.

Das Engagement des Freundeskreises

für Asyl veränderte sich inhaltlich nicht

sehr – sehr wohl aber quantitativ. Waren

es einst noch überschaubare Personen-

zahlen, so ist die Grenze der Belastung

der ehrenamtlichen Mitarbeiter spätes-

tens seit der Belegung der Kerschen-

steiner Sporthalle überschritten.

„Gut, dass es da hilfsbereite Mitmen-

schen gibt, die spontan ihre Unterstüt-

zung bei der Betreuung der Bewohner in

der Halle zugesagt haben“, meint etwa

Manfred Budzinski, einer der Sprecher

des Freundeskreises. Über 70 Mitbürger

engagieren sich mittlerweile für die Be-

wohner in der Halle. Und von großer Be-

deutung sei auch, dass neben hauptamt-

lichen Kräften von „miteinanderleben“

und der Diakonie sich auch die Kirchen-

gemeinden der Fremden annehmen.

HAND IN HAND

Viele Dinge bleiben bei der hauptamt-

lichen Betreuung durch Sozialarbei-

ter aus Zeitgründen auf der Strecke. Da

springen die Ehrenamtlichen ein, sei es

bei der Begleitung bei Behördengängen

oder Arztbesuchen, bei der Vermitt-

lung von Dolmetschern, bei der Orga-

WILLKOMMEN

in der FREMDE

Sie kommen aus Afrika, Asien und Südosteuropa – Menschen, die aus

Angst vor Verfolgung und Krieg aus ihrer Heimat geflohen sind und in

Deutschland um Asyl bitten.

Steckbrief

Die Ansprechpartner im Freundeskreis für Asylsuchende:

Christiane Bastian-Engelbert

Telefon: 0 70 41 / 4 31 55

Manfred Budzinski

Telefon: 0 70 41 / 4 45 63

Heidrun Merdes

Telefon: 0 70 41 / 86 11 50

… und für die Helfergruppe in der Kerschensteiner Halle:

Laura König

Email:

koenig@diakonie-muehlacker.de

Spendenkonto bei der Volksbank Pforzheim

DE44 6669 0000 0302 5741 98 Stichwort: Flüchtlingsarbeit

Beim Teenachmittag im Dürrmenzer Gemeindehaus: Monika Walther (li.) und Heidrun Merdes

tauschen sich mit Flüchtlingen aus Gambia aus.

10.

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Portrait: Freundeskreis Asyl

nisation von Sprachkursen und Haus-

aufgabenbetreuung oder auch bei der

Suche nach Anschluss in Vereinen wie

etwa den Sportfreunden Mühlacker, die

in der Beziehung überaus integrations-

willig sind.

Zur Kontaktpflege zwischen Einheimi-

schen und Flüchtlingen organisiert der

Freundeskreis regelmäßig Teenachmit-

tage im Dürrmenzer Gemeindehaus.

Zudem soll eine Mutter-Kind-Krabbel-

gruppe angeboten werden. Mörike-Re-

alschüler erhalten in diesem Herbst

im Rahmen des Schulprojekts „Sozia-

les Lernen“ praktischen Einblick in die

Flüchtlingsbetreuung und ständig ist

der Freundeskreis auch auf der Suche

nach einfachen Arbeitsangeboten, wo-

bei man schon in der GSI oder im Tafel-

laden fündig geworden ist.

ENGAGEMENT GEFRAGT

Wünschenswert wäre, so Budzinski

und seine Mitstreiterinnen Christiane

Bastian-Engelbert und Heidrun Mer-

des, wenn sich noch vermehrt Enga-

gierte in Mühlacker fänden, die als

Paten für die Flüchtlinge bereitstün-

den, also „neugierige und interessier-

te Menschen, die ihr Wissen an die

Flüchtlinge weitergeben möchten, in

welcher Form auch immer“.

Der Freundeskreis weiß natürlich auch

um viele bürokratische Hürden, die

mitunter flexible Unterstützung hem-

men, wenn in irgendeiner Form „Not

am Mann“ ist – insbesondere wenn es

um Beschaffungen geht, die von Regel-

sätzen nicht abgedeckt werden. Hier-

für hat der Freundeskreis ein Spenden-

konto eingerichtet und versichert eine

zweckgebundene Verwendung der Gel-

der. Sachspenden hingegen seien eher

unpraktisch, wären aber im Einzelfall

nach Absprache auch denkbar.