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oder auch Ergänzung zum urbanen

Individualverkehr.

Beschäftigt man sich mit der Historie

von BrakeForceOne, fällt auf: Die noch

junge Firmengeschichte wird von eini-

gen Zufällen begleitet. Vor rund zehn

Jahren hatte der damals 13-jährige

Schüler Jakob Lauhoff aus der Tübin-

ger Kreisgemeinde Nehren einen Geis-

tesblitz, der sein weiteres Leben prägen

sollte: Er ersann einen Bremskraft-

verstärker für Drahtesel, bastelte am

Computer Konstruktionslösungen und

realisierte diese in der väterlichen Fahr-

radwerkstatt.

Dort schaute eines Tages eher zufällig

Frank Stollenmaier vorbei, von dem In-

sider wissen, dass er der Produzent der

Kinderfernsehserie „Käpt’n Blaubär“

war. Es dauerte nicht lange, bis der

Filmproduzent und der Schüler ihre

gemeinsame BrakeForceOne GmbH

gründeten. Seither sorgt BFO auf der

Eurobike in Friedrichshafen als New-

comer in der Fachwelt regelmäßig für

Furore.

UNGEBREMST INNOVATIV

Mittlerweile wurde die Bremse weiter-

entwickelt – statt mit Öl wird sie mit

Wasser betrieben (im Winter selbst-

redend mit Frostschutz). Für die Um-

setzung eines weiteren Geistesblitzes

besitzt BFO sogar ein Patent – ein An-

tiblockiersystem (ABS) für Fahrrad-

bremsen.

Es mag nochmals der Zufall mit herein­

gespielt haben, dass die Macher von

BrakeForceOne – mittlerweile gut ein

Dutzend Leute – auf den Pforzheimer

Maschinenbauingenieur Peter Voitl stie-

ßen der auf Erfahrungen in Entwicklun-

gen und Prototypenbau für Fahrradher-

steller verweisen konnte.

Voitl brach seine Zelte in Pforzheim ab

und baute sie im ehemaligen Atlan-

Gelände in Mühlacker neu auf. Der be-

stehende Maschinenpark wurde um

modernere CNC-Dreh- und Fräsbear-

beitungszentren erweitert.

Das Geschäft mit den Autofirmen läuft

spürbar an. Namen nennt Voitl keine,

niemand soll schließlich wissen, in wel-

chem E-Bike BrakeForceOne-Knowhow

und -Technik steckt. Aber auch die eta-

blierten Fahrradhersteller im hochwer-

tigen Preissegment verbauen zuneh-

mend BFO-Technik „made in Germany“.

Deutsche Wertarbeit lässt laut Voitls

Philosophie allenfalls zu, dass der

Formenbau für den Alurohling samt

Guss in Asien erfolgt. Auf seinen

CNC-Maschinen wird dann in Mühla-

cker beispielsweise das Präzisionsteil

als Komponente für die BFO-Bremse

herausgearbeitet.