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Alles drehte sich um das kostbare Nass

– und so verstanden es die Referen­

ten Barbara Straub und Karl Weißert

die zahlreichen Facetten rund um die

Lebensgrundlage Wasser auf humor­

volle Weise zu beleuchten. Also infor­

mativer Anschauungsunterricht wie bei

der letztjährigen Gartenschau im „Grü­

nen Klassenzimmer“.

Es waren wieder Inhalte aus Biologie-

und Chemie-Schulstunden, dazu Erd­

kunde und Physik – und selbst der

Musikunterricht kam nicht zu kurz:

Dafür sorgte Stadtwerke-Geschäftsfüh­

rer Jürgen Meeh mit zum Thema pas­

senden Songs des österreichischen

Liedermachers Peter Horton.

„Wir sind“, und damit meinte Karl Wei­

ßert die Mitteleuropäer und die Deut­

schen im Speziellen, mit der Verfügbar­

keit von Trinkwasser „restlos verwöhnt“.

Was etwa Ausdruck darin finde, dass im

Sommer der Rasen im Garten „gnaden­

los“ aus der Leitung gewässert werde.

2,3 Milliarden Menschen auf der Erde

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Dürrmenzer Gespräche

Dürrmenzer Gespräche:

NEUGIERIGE

Sprichwörtlich mit allen Wassern gewaschen war der Auftakt ins zehnte Jahr der

„Dürrmenzer Gespräche“ der Stadtwerke und der Dürrmenzer Andreas-Gemeinde.

würden hingegen unter Wassermangel

leiden – die Kehrseite.

Der Verbrauch von Wasser im häus­

lichen Bereich sei seit 1950 kontinu­

ierlich gestiegen, und erst wieder seit

Ende der 1980er Jahre leicht rückläu­

fig. Vielleicht wegen Wasser sparen­

der Spül- und Waschmaschinen – aber

„‘s Auto wird trotzdem jeden Samstag

g’wäsche“.

Barbara Straub machte auf eine ande­

re Art des Wasserverbrauchs aufmerk­

sam, den „versteckten“, etwa dass für

ein Kilogramm Rindfleisch über 15 000

Liter benötigt werden oder für die Her­

stellung eines T-Shirts je nach Herstel­

lungsort bis zu 23 000 Liter. Oder gar

350 000 Liter für die Produktion eines

Autos. „Wir hinterlassen einen äußerst

großen Wasserfußabdruck“, mahnte sie.

Die beiden Redner lenkten zudem den

Blick auf die Herkunft des in Mühlacker

gebräuchlichen Bodensee-Wassers.

Schmelzwasser aus alpinen Höhen in

der Schweiz speise die Rheinquellen

und somit den Bodensee, aus dem wie­

derum vier Millionen Baden-Württem­

berger mit Trinkwasser bester Qualität

versorgt würden. Von den Pump- und

Aufbereitungsanlagen im See bezie­

hungsweise auf dem Berg bei Sipplin­

gen gelange das Wasser in zwei bis

vier Tagen bis in die nördlichste Versor­

gungszone am Odenwald.

Und das Ganze organisiert als kommu­

naler Zweckverband. Niemand ziehe

Gewinn aus der Bodensee-Wasserver­

sorgung – anders als wenn ein anony­

mes Wirtschaftsunternehmen Aktionäre

bedienen müsste.

Deswegen zumindest imaginär: Ein we­

gen seiner nicht vorhersehbaren Wir­

kungen höchst umstrittenes Szenario

namens „Transatlantisches Freihandel­

sabkommen“ winkte mit dem Zaunpfahl

aus dem Hintergrund . . .

Musik-, Chemie- und Erdkunde-„Unterricht“ zugleich beim „Dürrmenzer Gespräch“ zum Thema Trinkwasser: Jürgen Meeh, Barbara Straub,

Karl Weißert und Pfarrer Marcus Kalkofen (von links).

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