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Stadtwerken Mühlacker voran.

Damit und mit einem vorausschauen­

den Netzausbau, der den Anforde-

rungen einer geänderten Erzeugungs-

struktur Rechnung trägt, sehen sich

die Stadtwerke Mühlacker gerüstet,

um die Herausforderungen der Ener-

giewende mit allen ihren Schwierig-

keiten stemmen zu können.

Wobei es in Zeiten der behördlichen

Regulierung allerdings immer schwie-

riger werde, solche notwendigen

Investitionen in der Netzinfrastruktur

wirtschaftlich darzustellen.

UN-KLIMAKONFERENZ:

Das dortige Abkommen

soll dafür sorgen, dass

die Erderwärmung deut-

lich unter zwei Prozent

bleibt. Dies ist freilich

nur erreichbar, wenn man

sich von Kohle, Öl und Gas als

Energiequellen verabschiedet –

einhergehend mit dem konsequenten

Ausbau der erneuerbaren Energien.

Mit deren Hilfe bekommen darüber

hinaus viele Staaten die Möglichkeit,

Energiearmut zu überwinden, Strom

zu erschwinglichen Preisen für weite

Teile der Bevölkerung verfügbar zu

machen und klimafreundliche

Arbeitsplätze zu schaffen.

Doch bis dahin war es ein weiter

Weg. Beginnend Ende der 1980er

Jahre mit dem Montrealer Proto-

koll über Stoffe, die zu einem Ab-

bau der Ozonschicht führen, ist ein

Umweltabkommen und damit ein

völkerrechtlich verbindlicher Ver-

trag entstanden.

es über Verhandlungen 2007 in Bali,

2009 in Kopenhagen, 2011 in Durban

und 2012 in Katar. Strittig waren immer

Umfang und Verteilung künftiger Treib-

hausgasreduktionen, die Einbindung

der Schwellen- und Entwicklungslän-

der und der Geldtransfer.

Mittlerweile ist unbestritten, dass die Zu-

nahme von Treibhausgasen auf mensch-

liche Aktivitäten wie das Verbrennen fos-

siler Brennstoffe, die Viehhaltung und die

Rodung von Wäldern zurückzuführen ist.

ABER:

Das Abkommen von Paris ist trotz der

historischen Bedeutung in vielen Berei-

chen vage. Kritiker sehen darin keine

angemessene Antwort auf die drohen-

de Klimakatastrophe. „Die Mehrheit der

Staaten befindet sich noch nicht auf dem

Weg in eine klimafreundliche Zukunft.

Die Diskrepanz zwischen dem in Paris

vereinbarten Temperaturziel und

der tatsächlichen Klimapolitik der

Staaten ist noch riesig. Weder die

EU noch die USA oder die Öl expor-

tierenden Länder haben in Paris

weitergehende Zusagen zur

Verringerung ihrer CO

2

-Emis-

sionen gemacht“, so die

Kritik von Prof. Dr.

Hubert Weiger, Vorsit-

zender des BUND in Deutschland.

„Hoffen lässt indes das Engage-

ment Hunderttausender Men-

schen überall auf der Welt,

die sich für den

schnelleren Ausbau

erneuerbarer Energien und für

ein Ende des fossilen Zeitalters einset-

zen“, so Weiger weiter.

WO STEHEN DIE STADTWERKE?

Im Juni 1992 fand in Rio de Janeiro

die UNCED-Konferenz (United Nation

Conference on Environment and

Development) statt. Die Klimarahmen­

konvention verankerte 1994 völker-

rechtlich verbindlich das Ziel, einen

gefährlichen und menschlich verur-

sachten Eingriff in das Klimasystem

der Erde zu verhindern. Hier wurde

festgeschrieben, dass konkrete Maß-

nahmen getroffen werden sollen, auch

wenn der Klimawandel noch nicht mit

absoluter wissenschaftlicher Sicher-

heit bewiesen sein sollte. Hier-

zu sei erwähnt, dass der

Klimaforscher Prof. Dr.

Mojib Latif bei sei-

nem letztjährigen

Besuch auf der

Gartenschau in

Mühlacker sich

verwundert zeigte,

dass immer wieder ein

100-prozentige Wahrschein-

lichkeit für den Eintritt des Klima­

wandels von der Wissenschaft

verlangt werde: „Niemand würde

in ein Flugzeug steigen, das mit

zweiprozentiger Wahrscheinlich-

keit abstürzt, aber beim Klima-

wandel reichen uns 98 Prozent

Wahrscheinlichkeit nicht aus, um

aktiv zu werden.“

1997 folgte dann das Protokoll von

Kyoto, das 2005 in Kraft trat und

erstmals verbindliche Zielwerte

zum Ausstoß von Klimagasen

festlegte. 191 Staaten haben das

Kyoto-Protokoll ratifiziert. Die USA

sind dem Protokoll nie beigetreten,

Kanada stieg 2011 aus. Weiter ging

04.

05

Technik

Die Weltklimakonferenz in Paris ist nach langem

und zähem Ringen mit einem erfreulichen

Ausgang im Dezember zu einem Ende gekommen.