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Joachim Scheible, Gas-/Wassermeister

bei den Stadtwerken Mühlacker

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Wissenswert

Erdgas ist ein natürlich vorkommendes Gas, das über eine große Zeitspanne vor

ungefähr 15 bis 600 Millionen Jahren entstanden ist. Es ist farblos, ungiftig und

von Natur aus geruchlos.

Was ich schon immer über

ERDGAS

wissen wollte!

Erdgas zählt zu den Primärenergieträ-

gern, das heißt, es zählt zu den Ener-

gien, die nicht umgewandelt oder auf-

bereitet werden müssen. Weitere

Primärenergieträger sind zum Beispiel

Mineralöl, Stein- und Braunkohle, Holz

aber auch Sonnenenergie, Wind- und

Wasserkraft. Der Hauptbestandteil von

Erdgas ist die brennbare Kohlenwas-

serstoffverbindung Methan, chemisch

CH4, also ein Kohlenstoffatom, umge-

ben von vier Wasserstoffatomen. Wei-

tere Bestandteile sind höherwertige

Kohlenwasserstoffe wie Ethan, Butan

und Propan.

Die Zusammensetzung von Erdgas kann

je nach Fundstätte beträchtlich schwan-

ken: Enthält Erdgas größere Anteile hö-

her kettiger Kohlenwasserstoffe wie

Ethan, Propan, Butan und Ethen, wird

dieses Erdgas nasses Erdgas genannt.

Das bedeutet, dass dieses Gas einen

hohen Anteil von leicht kondensierba-

ren Kohlenwasserstoffen enthält. Ein

unliebsamer Nebenbestandteil ist

Schwefelwasserstoff. Dieser korrosive

Stoff muss durch Entschwefelung des

Erdgases entfernt werden. Von gro-

ßem Wert wiederum sind Erdgase, die

bis zu sieben Prozent des Edelgases

Helium enthalten.

Wie entsteht Erdgas?

Der eigentliche Prozess der Erdgas-

bildung begann vor vielen Millionen

Jahren. Im Bereich der heutigen

Lagerstätten erstreckten sich meist

Flachmeere oder Küstenstreifen tie-

fer vorzeitlicher Meere. Ausgedehnte

Farn-, Nadelholz- und Schachtelhalm-

wälder, aber auch Kleinstlebewesen,

sogenanntes Plankton, waren für die

Produktion des organischen Materials

verantwortlich, das in abgestorbenem

Zustand auf den Meeresgrund absank.

Durch den Eintrag von Schwemmgut

in diesen Meeresregionen, also Sedi-

mentation im Mündungsbereich der

Flüsse, die Ton und Sandmaterial der

angrenzenden Küstenregionen ins

Meer transportierten, wurde das ab-

gestorbene organische Material mehr

und mehr überlagert.

Durch letztlich vollständigen Sauer-

stoffabschluss wurde die Verwesung

dieser Substanzen, das heißt der Zer-

fall zu Asche und Kohlendioxid, ver-

hindert und Faulschlamm konnte sich

bilden. Waren die Druck- und Tempe-

raturbedingungen der nachfolgenden

Erdzeitalter geeignet, erfolgte der Um-

wandlungsprozess in die Kohlenwas-

serstoffbestandteile des Erdöls und

Erdgases. Entsprechende Druck- und

Temperaturbedingungen ergeben sich

durch die in Jahrmillionen erfolgte Ab-

lagerung, die zu Sedimentstapelhöhen

von mehreren hundert Metern führen

können.

Die Temperatur erhöht sich, je tiefer

die Schicht begraben ist, um etwa drei

Grad pro hundert Meter. Im Verlauf des

Versenkungsprozesses wird aus dem

organischen Material im Faulschlamm

bei Temperaturen von 90 bis 120 Grad

Erdöl freigesetzt. Man spricht vom

„Erdölfenster“ im Reife- bzw. Bildungs-

prozess. Ein ähnlicher Prozess übri-

gens, den auch die Köhler zur Holz-

kohlegewinnung benutzen; allerdings

in viel kürzerer Zeit. Für die Umwand-

lung der pflanzlichen Ausgangsstoffe in

Kohle und daran gebunden das Methan,