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08.

09

Energieversorgung

1.

Trennung der Stadtwerke-Speicher-

leitung von der bisherigen Schwaben-

leitung …

2.

… und Anbindung der Versorgungs-

leitung der Stadtwerke an die neue

Nordschwarzwald-Ferngastrasse

Ein weiterer Meilenstein zur Optimierung der Versorgungssicherheit für die Erdgas-

kunden der Stadtwerke Mühlacker: Bei der Übergabestation nahe Wiernsheim wurde

ein zusätzlicher Anschluss an die neue Ferngasleitung von „terranets bw“ realisiert.

ERDGAS

alternativ:

Die neue Fernleitung

Die Stadtwerke haben damit technisch

zwei alternative Bezugspunkte vom Lie-

feranten Gasversorgung Süddeutsch-

land: Schon 2002 wurde zwischen

Wiernsheim und Pinache, nahe des

„Rosenhofs“, ein Anschluss an die so-

genannte „Schwabenleitung“ der Fern-

gasversorgung geschaffen. Mittels ei-

ner eigens dafür von den Stadtwerken

für rund zwei Millionen Euro verlegten,

gut acht Kilometer langen Transportlei-

tung, die zudem die Funktion eines Röh-

renspeichers erfüllt, gelangt das Erdgas

schließlich zur Regel- und Verteilstation

an der Pforzheimer Straße in Mühlacker.

Diese Verbindungsleitung kann nun auch

aus der so genannten „Nordschwarz-

waldleitung“ gespeist werden. „Es war

die wohl einmalige Chance, einen sol-

chen alternativen Anschluss realisieren

zu können“, sagt Frederik Trockel, der

für die Erdgasversorgung verantwort-

liche Abteilungsleiter der Stadtwerke.

Denn an eine unter Hochdruck in Betrieb

befindliche Ferngasleitung anzudocken,

sei nicht nur technisch aufwendig, son-

dern aus diesem Grund auch überaus

kostspielig.

EUROPAWEITES VERSORGUNGSNETZ

Neben dem Aspekt der Versorgungs-

sicherheit, dass nämlich bei einer Un-

terbrechung auf der einen Fernleitung

auf die andere ausgewichen werden

kann, hat der Anschluss an die neue

„Nordschwarzwaldleitung“ einen weite-

ren Vorteil: Sie wird mit einem um rund

ein Drittel höheren Druck, rund 70 bar,

betrieben. So kann auch eine größere

Menge Gas in der Speicherleitung der

Stadtwerke transportiert werden.

Mühlacker ist damit gewissermaßen

mittelbar an die Trans-Europa-Natur-

gas-Pipeline (TENP) angedockt. Die-

se TENP ist eine der wichtigsten Leitun-

gen für die sichere Erdgasversorgung

in Europa. Sie transportiert Erdgas von

den Niederlanden bis in die Schweiz und

nach Italien.

In Au am Rhein ist die „Nordschwarz-

waldleitung“ an die TENP angeschlos-

sen. Sie verläuft über Ettlingen und

quer durch den Enzkreis und ab dem

Enztal meist parallel zur „Schwaben-

leitung“ bis nach Leonberg. Ihre Län-

ge beträgt 71 Kilometer, der Rohr-

durchmesser 60 Zentimeter, die Bauzeit

erstreckte sich von 2013 bis Anfang die-

ses Jahres. Bei dem Verfahren waren auf

der gesamten Länge über 3000 Grund-

stücksbesitzer betroffen. Die Kosten be-

liefen sich für „terranets bw“ auf rund 80

Millionen Euro.