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mehr die Nacht oder das Wochenen-

de sind künftig für günstige Stromtarife

prädestinierte Zeiten, sondern vielmehr

sonnenreiche Stunden oder solche mit

viel Wind, bei gleichzeitig geringerer

Energienachfrage. Wollen die Kunden

davon profitieren, müssten sie ihren

Energieverbrauch – soweit machbar –

so steuern, dass große Haushaltsgeräte

wie Wasch- und Spülmaschinen zu sol-

chen Zeiten betrieben werden.

... Herausforderungen ...

Freilich werden bis dahin auch noch

technische und organisatorische Hür-

den zu überwinden sein:

Für die Datenübertragung muss die

Kommunikationstechnik individuell an

die örtlichen Voraussetzungen ange-

passt werden. Soll dabei auf Mobilfunk

zurückgegriffen werden, ist die lokale

Situation am Zählerplatz von großer Be-

deutung. In vielen Kellern ist die Emp-

fangsstärke schlicht nicht ausreichend,

um eine stabile Datenübertragung zu

gewährleisten. Oftmals sind es aber

auch ganz banale Dinge, die im Wege

stehen können. Etwa: Darf für ein Da-

tenkabel ein Loch durch die Wand ge-

bohrt werden oder ist dazu die Zustim-

mung der Eigentümergemeinschaft

erforderlich?

Weitere Hürden können typische Soft-

waretücken wie Firewall-Probleme,

unregelmäßige Firmware-Updates,

fehlende Zertifikate oder Ungenauig-

keiten bei der zeitlichen Synchronisie-

rung sein. So müsste sichergestellt

werden, dass die Uhrzeiten aller Kom-

ponenten aus einer vertrauenswürdi-

gen, einheitlichen Quelle wie der Phy-

sikalisch-Technischen Bundesanstalt

stammen.

... und Ängste

Seitens der Verbraucherschutzor-

ganisationen wird die Einführung

der neuen Zählertechnologie derzeit

noch kritisch beäugt. Kann der Da-

tenschutz in vollem Umfang gewähr-

leistet werden, lautet eine der Fra-

gestellungen. Oder der Schutz vor

unerlaubtem, missbräuchlichem

Zugriff Dritter auf die Daten.

Inwieweit wird der Kunde vor dem

Ausspähen von Lebensgewohnheiten

gefeit sein, drohen gar unrechtmä-

ßige, mutwillige Abschaltungen vom

Stromnetz etwa durch Hacker?

Nicht zuletzt stellt sich die Frage der

Finanzierung intelligenter Stromnet-

ze. Stehen die (Zusatz-)Kosten digita-

ler Technik überhaupt im Verhältnis

zu den Einsparpotenzialen? Oder müs-

sen Haushalte, die nicht derart flexibel

sein können, mit steigenden Stromkos-

ten rechnen?

Sicher Fragen über Fragen in vieler-

lei Hinsicht, die aber freilich jetzt nicht

von heute auf morgen auf „Otto Nor-

malverbraucher“ zukommen – und

auch bei „Smart Grids“ gilt, wie so oft

im Alltagsleben: Nichts wird so heiß

gegessen, wie’s gekocht wird...

Der Verbraucher sollte sich also nicht

verwirren lassen, was da irgendwann

auf ihn zukommen wird, er sollte sol-

che technischen Entwicklungen vor

dem Hintergrund einer theoretischen

Gesetzeslage aber auch nicht aus dem

Auge verlieren.

und die gar nicht so visionären

Messsysteme der Zukunft

In Zukunft sollen

Smart Meter

– so

werden die intelligenten Zähler genannt

– neben dem Verbrauch des jeweiligen

Nutzers auch die tatsächliche Nutzungs-

zeit anzeigen und an ein Kommunikati-

onsnetz weiterleiten.

Als

Smart Meter Gateway

wird die Kom-

munikationseinheit des intelligenten

Messsystems bezeichnet. Es ist für den

gesetzeskonformen Einsatz der Smart Me-

ter verantwortlich, vor allem hinsichtlich

des Datenschutzes, der Datensicherheit

und der Fähigkeit der Zusammenarbeit

der unabhängigen Systeme.

Als

Smart Meter Gateway Administrator

wird das Unternehmen bezeichnet, das

als Messstellenbetreiber für die Kommu-

nikation und den technischen Betrieb des

Systems verantwortlich ist.

Alle zusammen bilden die Grundkom-

ponenten der intelligenten Netze, der

Smart Grids.

WÖRTERBUCH

Links ein Ferraris-Zähler, neben einem elektronischen Haushalts-Zähler (EHZ).