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06.

07

Erneuerbare Energie

FERNWÄRME

aus Biomethan

erfüllt Gesetzesvorgaben

Zwei Geschäftshäuser

in der Fußgängerzone

in Mühlacker erhielten

vergangenen Herbst

einen Anschluss an die

Fernwärmeversorgung

der Stadtwerke, bei

einem dritten wurden

die Leitungen für einen

späteren Anschluss vor-

bereitet.

Die Baustelle war nicht zu übersehen:

Kreuz und quer aufgebuddelte Gräben

und eifrig darin arbeitende Monteure

bestimmten rund einen Monat lang das

Geschehen in der Unteren Bahnhof-

straße. Die Besitzer des Kaufhauses

Sämann sowie des Geschäftshauses

mit der Postfiliale im Erdgeschoss ent-

schlossen sich, anstehende Heizungs-

erneuerungen zukunftsträchtig durch

einen Anschluss an das Fernwärmenetz

der Stadtwerke zu lösen.

Das Versorgungsnetz reichte bislang

schon von der Heizzentrale beim Hal-

lenbad bis in die Untere Bahnhofstra-

ße, musste jetzt aber für die neuen An-

schlüsse um rund 50 Meter verlängert

werden. „Wir haben in der Wärmeerzeu-

gung noch Kapazitäten für zusätzliche Ab-

nehmer“, erklärt der für die Wärmever-

sorgung zuständige Abteilungsleiter der

Stadtwerke, Frederik Trockel. Somit wa-

ren nur noch die baulichen Voraussetzun-

gen zu schaffen.

Trockel spricht dabei von einer durchaus

„anspruchsvollen Baustelle“. Auf engem

Raum lägen im Untergrund etliche Ver-

und Entsorgungsleistungen samt abzwei-

genden Hausanschlüssen. Dazu seien jetzt

noch neue isolierte Stahlrohrleitungen für

den Vor- und Rücklauf des Heizwassers

gekommen. Zudem musste die Baustelle

bis zum Martinimarkt abgeschlossen sein.

In den rechtzeitig zum Beginn der Heizpe-

riode angeschlossenen beiden Gebäuden

wurden Übergabestationen mit Wärme-

tauschern installiert, beim dritten Gebäude

ist dies dann jederzeit nachträglich mög-

lich, wenn etwa der vorhandene Heizkessel

seine „Altersgrenze“ erreicht haben wird.

Die neuen Anschlüsse sind zudem mit ei-

ner „intelligenten Steuerung“ versehen,

die mittels Datenleitungen direkt von den

Stadtwerken aus geregelt werden können.

Die Vorteile überwiegen

Nach der aktuellen Fassung des baden-württembergischen Erneuerbare-

Wärme-Gesetzes müssen bei Neubauten oder Heizungssanierungen mindes-

tens 15 Prozent des Energieeinsatzes durch regenerative Energien erfolgen.

Dies wird beim Anschluss an die Fernwärmeversorgung dadurch erfüllt, dass

das Blockheizkraftwerk mit Biomethan betrieben wird, das in der Anlage in

den „Waldäckern“ erzeugt wird. Dadurch besitzt diese Energieform einen ex-

trem günstigen „Primär-Energie-Faktor“, der wiederum zum Nachweis der

Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben herangezogen wird.

Ein Anschluss ans Fernwärmenetz hat zudem den Vorteil, dass sich der Haus-

besitzer quasi um nichts mehr kümmern muss – Betriebs- und Wartungskos-

ten entfallen. Auch die Schornsteinreinigung fällt weg.