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An Pfingsten liegt

ENTENHAUSEN

an

der Enz

Pfingsten ohne „Döschwo’s“ (französisch: deux chevaux, zwei Pferde) in Mühlacker –

mittlerweile und nach mehr als 25 Jahren Tradition ist das nahezu undenkbar. Ein

Besuch bei den „Endaglemmern“ ...

So nennt sich der „2CV“-Club, der all-

jährlich dafür sorgt, dass am Pfingst-

wochenende der Festplatz in Mühlacker

voll belagert ist mit jener Spezies der

französischen Kultautos, die auf die Be-

zeichnung „Döschwo“ hören. Sie kom-

men aus Berlin und der Schweiz, aus

dem tiefsten Bayern und aus den west-

lichen Nachbarländern, etwa aus Paris.

Eine verschworene Gemeinschaft je-

denfalls, die alljährlich „Entenhausen“

an die Enz, präziser: auf den Festplatz,

verlegen.

Wie der bis 1990 zuletzt in Portugal ge-

baute Citroën 2CV längst Kult ist, trifft

dies auch für die vor allem in Europa weit

verbreiteten „Ententreffen“ zu. Und jenes

der „Endaglemmer“ gilt dabei schon als

eines der überregional bekannten und

beliebten „Entengeschnatter“...

Ente gut...

Warum fährt man „Ente“ – ein Mitglied

der „Endaglemmer“ hat spontan die

vielsagende Antwort: weil es Enten gibt,

ganz einfach. Oder anders ausgedrückt:

Man müsse das Enten-Fahren einfach

erlebt haben. „Das ist kein Auto, das ist

eine Lebensart“, steht in französischer

Sprache auf einem Aufkleber einer Ente

aus Belgien. Und so sehen es offenbar

alle überzeugten Enten-Fahrer.

Da sind sogar welche dabei, die schon

1990 angereist waren, als der Festplatz

erstmals zum Treffpunkt der „rollen-

den Enten“ auserkoren wurde. Dass da-

raus eine Tradition werden sollte, die

mittlerweile über 25 Jahre fast lücken-

losen Bestand hat, mag sich damals

auch keiner der Initiatoren gedacht ha-

ben, ist sich Gerhard Ayasse aus Ötis-

heim sicher, einer der Organisatoren

des Treffens.

Und woran liegt’s, dass „Entenhausen

an der Enz“ in all den Jahren nichts von

seiner Attraktivität eingebüßt hat? Aya-

sse führt es, ohne groß Selbstlob für

seinen Verein betreiben zu wollen, un-

ter anderem darauf zurück, dass das

Fest in Mühlacker mit 250 bis 300 Teil-

nehmern so etwas wie familiären Cha-

rakter besitzt. Die meisten kennen sich,

und – was den „Endaglemmern“ im-

mer wieder bestätigt wird: Die Besu-

cher seien mit der Organisation rund-

um zufrieden.

...alles gut!

Dazu gehört, dass die Gastgeber ein

rustikales Festzelt aufstellen, für die

Verpflegung ihrer Gäste sorgen, gebrut-

zelt oder eine leckere Paella zuberei-

tet wird, dass Duschgelegenheiten im

Klubhaus der Sportfreunde bestehen

oder auch die benachbarten Hundes-

portler das Treffen infrastrukturtech-

nisch unterstützen.

So bleibt Mühlacker alljährlich in po-

sitiver Erinnerung: „Wir brauchen das

Treffen wie die Luft zum Atmen“, hat

beispielsweise eine „Enten-Familie“

aus dem Odenwald ins Gästebuch ge-

schrieben, mit „hier fällt all der All-

tagsstress von uns weg“, haben sich

Gäste aus dem Hessischen verewigt,

und „Nato-Günter“ meinte, dass es

hier „oifach schee isch“. Und von den

(oben)

Der „Marktplatz“ von Entenhausen.